Prokon droht Insolvenz: Konzern setzt Anleger unter Druck

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Überdreht – PROKON häuft Millionenverluste an

Die PROKON hat auf ihrer Internetseite die Teilkonsolidierte Zwischenbilanz Geschäftsbereich Windenergie und Genussrechtsgesellschaft zum 31.10.2013 veröffentlicht. Daraus ergibt sich, dass die PROKON Unternehmensgruppe einen Verlust in Höhe von 194.437.082,- € eingefahren hat. Ein solcher Betrag ist unter „Passiva“ als Gewinnvortrag/Verlustvortrag ausgewiesen. Die PROKON Tochter Regenerative Energien GmbH weist demgegenüber einen Verlust in Höhe von 107.232.718,- € auf. Bedenklich daran ist, dass das ausgewiesene Genussrechtskapital größer ist als die Summe, die sich aus den wirtschaftlichen Eigenmitteln und dem Genussrechtskapital zusammensetzt. Diese Zahlen besagen, dass das Stammkapital bereits am 31.08.2013 aufgebraucht gewesen ist.

Umso schlimmer ist für die Anleger jedoch, dass Prokon mittlerweile beträchtliche Verluste eingefahren hat. Aus dem auf der Webseite von PROKON veröffentlichte Teilkonsolidierte Zwischenbilanz Geschäftsbereich Windenergie und Genussrechtsgesellschaft zum 31.10.2013 ergibt sich, dass die PROKON Unternehmensgruppe einen Verlust in Höhe von 194.437.082,- € eingefahren hat. Ein solcher Betrag ist unter „Passiva“ als Gewinnvortrag/Verlustvortrag ausgewiesen. Die PROKONTochter Regenerative Energien GmbH weist demgegenüber einen Verlust in Höhe von 107.232.718,- € auf. Bedenklich daran ist, dass das ausgewiesene Genussrechtskapital größer ist als die Summe, die sich aus den wirtschaftlichen Eigenmitteln und dem Genussrechtskapital zusammensetzt. Diese Zahlen besagen, dass das Stammkapital bereits am 31.08.2013 aufgebraucht gewesen ist.

Auch die hypothetische Prognoserechnung des Konzerns vom 06.12.2013 gibt zu denken. Hieraus ergibt sich, dass im Jahr 2013 ein Gewinn von lediglich 20,7 Millionen Euro erwartet wird (Gewinn vor Steuern und Zinsen). Demgegenüber steht den Anlegern nach der Schätzung von Prokon ein Gesamtbetrag in Höhe von insgesamt etwa 91 Millionen Euro zu (vgl. Zeile 21 „Zinsen Genussrechtskapital“. Aufgrund dessen besteht die Möglichkeit, dass PROKON in diesem Jahr die Zinsen nicht mehr bedienen kann. Es besteht sogar die Gefahr, dass Anleger aufgrund des ausgezehrten Genussrechtskapitals zumindest mit einem Teilverlust ihrer Einlagen rechnen müssen. Denn Genussrechte werden auch an Verlusten beteiligt. Dies ergibt sich hier allerdings nur aus dem Kleingedruckten (vgl. § 5 Ziffer 7 der Genussrechtsbedingungen).

Noch im Dezember 2013 machte PROKON mittels der bekannten Postwurfsendungen Werbung für ihre Genussrechte. Von dem Erwerb dieser Genussrechte kann angesichts der hohen Verluste nur dringend abgeraten werden. Für die Anleger besteht vor allem das Risiko eines beträchtlichen Verlustes bezüglich des eingezahlten Kapitals.

Der Windkraftanbieter PROKON ist vielen Verbrauchern ein Begriff, weil die Unternehmensgruppe vielerorts Werbung für die Genussrechte ihrer Tochterfirma PROKON Regenerative Energien macht. Das Angebot klingt verlockend. Es wird auf der Webseite unter Prokon Genussrechten unter „Ihren Vorteilen“ mit fettgedruckten Buchstaben auf eine „Grundverzinsung von 6 % p. a.“ hingewiesen. Lediglich mit einem Sternchen wird auf den folgenden Satz verwiesen, der am unteren Ende der Seite steht: „Die Verzinsung ist in § 5 der Genussrechtsbedingungen geregelt“.

Irreführung des Verbrauchers

Verbraucher werden aufgrund dieser Angaben und der äußeren Aufmachung nicht damit rechnen, dass § 5 Ziffer 5 der Genussrechtsbedingungen die Möglichkeit einer Kürzung der Grundverzinsung bei einem Jahresfehlbetrag vorsieht.

Überdies wird in der PROKON-Werbung nicht darauf hingewiesen, dass es sich bei Genussrechten um eine risikoreiche Anlageform handelt, bei der für den Anleger sogar das Risiko des Totalverlustes besteht. Bereits aus diesem Gründen kommt hier eine Irreführung des Verbrauchers in Betracht. Das Wertpapierrecht stellt besonders strenge Anforderungen an die Werbung für Wertpapierleistungen. Risiken für Genussrechte müssen eindeutig benannt werden.

Wegen einer früheren Werbung hat das OLG-Schleswig in einem mittlerweile rechtskräftigen Urteil vom 05.09.2012 (Az. 6 U 14/11) ebenfalls eine Irreführung bejaht. Hier hatte PROKON Begriffe verwendet wie ein „Höchstmaß an Sicherheit“, eine „Sicherheit zum Anfassen“ sowie „grünes Sparbuch“. Mit diesen Aussagen ist vergleichbar, dass Prokon gegenwärtig auf seiner Webseite unter „Anlagerinformation“ darauf verweist, dass die Genussrechte „zu 100 % abgesichert“ seien. Das Gleiche gilt für die im Rahmen einer Zukunftsprognose gemachten Behauptung, dass Verzinsung und Rückzahlung des Genussrechtskapitals langfristig gesichert seien. Folglich wird der Verbraucher zumindest durch diese Angaben in die Irre geführt.

Fazit für Prokon-Anleger:

Spätestens dann wenn sich die Situation weiter zuspitzt und PROKON Insolvenz anmeldet, sollten Sie sich beraten lassen. Insbesondere besteht hier aufgrund der Nachrangigkeit das Risiko eines Totalverlustes. Sollten Sie hierzu Fragen haben und Rat von Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht wünschen, kommen Sie gerne auf uns zu. Als Ansprechpartner stehen Ihnen Herr Rechtsanwalt Heiko Müller sowie Herr Rechtsanwalt Andreas Yoon unter kanzlei@baum-reiter.de oder 0211/836 805 70 zur Verfügung.
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